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Chataufgabe-Unsere Gesellschaft

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Blues89
time Gepostet am 2016.10.02, 19:57 Uhr          chart 514 Besuche

Hallo liebe Chatgemeinde!

Ich möchte heute mal den Versuch starten eure grauen Zellen anzuregen und euch vllt. zu einer Diskussion zu animieren. Zu diesem Zwecke stelle ich mal eins meiner Gedichte in den Raum und hoffe das sich der Ein oder Andere einmal damit auseinandersetzt. Vorweg : Die Massage ist vllt denkbar einfach

Vllt mal ein paar Fragen die für eine Diskussion hilfreich sein könnten: " welches Gesellschaftsbild zeichnet der Autor? ", "konnte er seine Sichtweise gut vermitteln ? ", " Wie sehe ich unsere Gesellschaft ? ", "Zeitlos oder nicht ?"

Ich würde darum bitten das aktuelle politische Entwicklungen nicht all zu sehr ausgeschlachtet werden sondern eher auf die Verteilung der einzelnen Schichten Bezug genommen wird. Ansonsten viel Spaß damit.

Gedicht:

Schauspiel

Ein Schuspiel ist das Leben,
Die Bühne ist die Welt,
gespielt von tausend Narren
doch keiner spielt den Held

Denn das will keiner sehn,
nach Not steht gar der Sinn.
Die eigne Schmach vergessend
blicken wir dahin.

Die gutbetuchten Herren
in erster Reihe sitzen,
am Elend sich ergötzend,
die Augen hämisch blitzen.

Und der Kleine ? wo sitzt der ?
weit hinten, kaum zu spüren.
Zahlte er beim Einlass
mit Blut seine Gebühren.

Verkauft an jene Herren
die das Spiel bestimmen,
sieht man im armen Herzen
die Hoffnung rasch verglimmen.

Bald ist das Spiel zu Ende,
verwelkt ist Jedermann.
Doch füllt sich rasch die Loge,
fängts Stück von Neuem an.

                                     Bluesmade2011

PS: Rechtschreibfehler könnt ihr behalten ( die schieb ich mal ganz arrogant der künstlerischen Freiheit zu)


gender RosaKleid
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RosaKleid
time Gepostet am 2016.10.02, 20:16 Uhr

Das ist ein sehr schönes Gedicht. Du hast für mich das Rad des Lebens gut dargestellt. Mir fällt da ein passendes Zitat ein: „Wir können die Wellen nicht anhalten, aber wir können lernen zu surfen.“
Joseph Goldstein
Im Rad des Lebens erkennt jeder Mensch sich selbst kurz vor seiner Erleuchtung. Das Rad des Lebens ist nicht nur ein Appell, sein Leben zu ändern, sondern auch ein Spiegel, in dem der Mensch sich selbst erkennen kann, weil es ein verschlüsselter Ausdruck seines Unbewussten ist. Es ist ein Rad, weil das Leben weder Ende noch Anfang hat. "Bald ist das Spiel zu Ende,
verwelkt ist Jedermann.
Doch füllt sich rasch die Loge,
fängts Stück von Neuem an."  Das hat Du sehr gut umschrieben.


gender Invisibilia
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Invisibilia
time Gepostet am 2016.10.02, 20:55 Uhr

Hallo Blues,
 
vielen Dank, dass Du dieses Gedicht mit uns teilst!
 
Ich finde es unglaublich schön und es berührt mich sehr!
 
Ich glaube, bei einem guten Gedicht, fragen wir uns nicht was wollte der Autor uns damit sagen“, sondern unsere Gedanken und Gefühle gehen spazieren. So ging es mir eben, als ich es gelesen habe!
 
Da jeder Mensch etwas anderes erlebt hat und daher die Dingemit anderen Augen sieht, wird jeder dieses Gedicht anders interpetieren.
Vielleicht kannst Du die Posts zwischenzeitlich mal kommentieren. Deine Meinung
würde mich auch sehr interessieren!

Die Frage, wer was dabei denkt, finde ich sehr interessant!
 
Und jetzt erzähle  ich euch, welche Gedanken mir durch den Kopf gingen:
 
Ich denke, dieses Gedicht ist zeitlos und Kutur unabhängig.
Meine Gedanken haben sich darum gedreht, dass wir das Leben oft als Theater sehen (Drama, Schmierenkomödie oder Romanze) und uns dabei manchmal zum Narren machen. Held zu sein, den Mund aufzumachen oder anderen zu helfen, trauen wir uns oft nicht. Aus Angst vor den
anderen Narren. (Ich benutze dieses Wort bewusst, da es in Deinem Gedicht vorkommt)
Manche Menschen freuen sich auch über das Leid anderer, weil sie daran
messen können, wie klein ihr eigenes Leid ist.
 
Und niemand fragt nach denen, die wirkliches Leid erfahren haben.

Ich hoffe, Du bist nicht allzu entsetzt über meine Gedanken.
 
Viele Grüße,
Invisibilia
 
 

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gender Blues89
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Blues89
time Gepostet am 2016.10.02, 21:09 Uhr

Liebe Invisibilia,

erst Einmal vielen Dank für die einleitenden Worte bevor du deine eigentlichen Gedanken zu dem Gedicht verfasst hast denn sie bringen zum Ausdruck das du dir tatsächlich Gedanken um das gemacht hast was du zu sagen hast.( Etwas das den Menschen anscheinend mehr und mehr verloren geht.)

Nun zu deinen Gedanken: Ich bin begeistert das du die selben Worte benutzt hast und somit einen direkten Bezug hergestellt hast. zu diesem Zeitpunkt möchte ich noch nicht aufklären wie nah sie meinen eigenen Gedanken sind, bzw nichts erläutern was meine Gedanken offenbart, da sonst der Ansporn für die Anderen verloren geht, ihren Senf dazu zu geben.

Auf jeden Fall möchte ich dir ganz herzlich dafür danken das du dich an mitgeteilt hast.

Liebe Grüße

Blues

like gefiel durch: funnysunny, Invisibilia, Lisa

gender funnysunny
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funnysunny
time Gepostet am 2016.10.03, 12:06 Uhr

Dein Gedicht hat mir sehr gefallen, Blues.

Mir ist beim lesen der Zeilen ein alter Songtext der Ärzte in den Sinn gekommen. Stammt glaube ich von 2004 oder so.

Kennt jeder, und ob man die Ärzte mag oder Hasst, davon mal abgesehen.
Der Text passt trotzdem zum Thema, findDeine Schuld SongtextHast Du Dich heute schon geärgert, war es heute wieder schlimm? 
Hast Du Dich wieder gefragt, warum kein Mensch was unternimmt? 
Du musst nicht akzeptieren, was Dir überhaupt nicht passt. 
Wenn Du Deinen Kopf nicht nur zum Tragen einer Mütze hast, ohohEs ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Glaub keinem, der Dir sagt, dass Du nichts verändern kannst.
Die, die das behaupten, haben nur vor der Veränderung Angst.
Es sind dieselben, die erklären, es sei gut so, wie es ist.
Und wenn Du etwas ändern willst, dann bist Du automatisch Terrorist.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.
Weil jeder, der die Welt nicht ändern will, ihr Todesurteil unterschreibt.

"Lass uns diskutieren, denn in unserem schönen Land,
sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant.
Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh.
Darum lass uns drüber reden. Diskussionen sind ok."

Nein - geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren.
Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren!
Die Dich verarschen, die hast Du selbst gewählt.
Darum lass sie Deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt, ohoho.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

like gefiel durch: Blues89, Invisibilia, Lisa

gender Blues89
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Blues89
time Gepostet am 2016.10.03, 13:33 Uhr

Hallo liebe funnybunny,

Danke für deinen Beitrag, denn genau genommen ist es das was ich mir erhofft hatte
unterschiedliche Beiträge und Ansichten führen dazu das sich der eigene Horizont etwas erweitert.

Ich persönlich kannte den Text noch nicht und musste erstmal reinlesen und hab mir das lied dann schließlich auch angehört. Mir gefallen deine Gedanken zu meinem Gedicht ausgesprochen gut.

LG Blues

like gefiel durch: Invisibilia, Lisa

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großer_Junge
time Gepostet am 2016.10.03, 21:07 Uhr

Blues89,

was willst du uns mit deinem Gedicht sagen? Dass es in der Welt ein Oben und ein Unten gibt? 
Es war immer
so, und wird auch immer so bleiben. Wir sind nicht alle gleich, auch wenn die
Linken es vehemend 
verkünden. Der Sozialismus hat überall versagt, er ist nichts als ein
Theoriemodell. Und nichtmal ein gut durchdachtes Modell.

Aber vielleicht willst uns auch etwas Anderes sagen. Nur zu, öffne deine Gedankenwelt.
Ich bin ein aufmerksamer Leser, und ich nehme andere Sichtweisen des Lebens durchaus
unter "die Lupe".

like gefiel durch: Blues89, Lisa

gender Blues89
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Blues89
time Gepostet am 2016.10.04, 19:08 Uhr

frecher-Junge,

danke für deinen Beitrag =)
Das die ganze Geschichte nicht ohne ein politisches Statement auskommt war mir von Vornherein klar xD. Ich bin weder Verfechter des Sozialismus, des Kapitalismus oder des Nationalismus. Am Ende bin ich maximal Humanist zumindest in Hinblick auf den Kreis derer bezogen,die mich durchs Leben begleiten, was für dich vllt. sogar noch schlimmer ist weil kein politisches Konstrukt dahinter steht. =) Für mich haben ausnahmslos Alle Systeme der Epochen versagt.

Das große Ganze ist mir mittlerweile teilweise schlichtweg egal, weil das Große Ganze von religiösen Ansichten, wirtschaftlichen Interessen und zahlreichen Politmodellen einfach nur verseucht ist. Der mensch als einzelner ist überhaupt nichts wert und da kann man dem System jeden Namen geben den man will. Das könnte man nun für Ignorant halten weil man mit ansieht wie "das christliche Abendland" untergeht, aber sein wir mal ehrlich viele von den "besorgten Bürgern" haben a) noch nie eine Kirche von innen gesehen oder mal einen blick ins Buch der Christen geworfen und b) laufen viele nur mit weil sie Angst um ihre eigenen Ärsche haben und Argumente wie "unsere Obdachlosen..." usw. werden nur gebraucht damit es nach außen hin ehrenwert aussieht.

Ich denke es ist auch völlig überholt sich stupide auf eine Seite zu stellen (links, rechts, mitte, Öko usw.) . Leben heißt Bewegung und man sollte das recht haben Situationsabhängig zu entscheiden welches Lager wann die besseren Argumente hat aber in unserer Gesellschaft gibt es leider Gottes nur noch Schwarz und Weiß. Und in politischen Fragen hänge ich meine Fahne gern mal mit dem Wind, solange ich es vor mir selber vertreten kann oder schwimme gegen den Strom wenn ich es für richtig halte.

like gefiel durch: Invisibilia, Lisa

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