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Rauhnächte im Böhmerwald

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time Gepostet am 2020.11.02, 01:53 Uhr          chart 491 Besuche

Heut is Rauhnacht ihr Lieben.
Die Allerseelennacht ist vom 1. November auf den 2. November. Sie galt im Bayerischen Wald und im Böhmerwald als Rauhnacht, in dieser Nacht hatten die Toten freien Lauf. Dieser Glaube geht auf die germanische Religion zurück. Die Germanen glaubten, dass in dieser Nacht die Toten ihre Gräber verlassen dürfen, deshalb war es ratsam, das Haus nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu verlassen, denn diese Nacht gehört nicht den Lebenden.
Laut alten Erzählungen heißt es, dass hier um Mitternacht in den Kirchen eine Messe für und mit  den Verstorbenen ist. Wer sich heimlich in die Kirche schleicht, kann die Toten der Gemeinde dort sitzen sehen, aber er sollte aufpassen, dass er nicht erwischt wird, diese wandelnden Toten würden ihn an Ort und Stelle zerreißen.
Früher wurde in dieser Nacht besonders stark eingeheizt, man war der Meinung, dass sich die "armen Seelen", die für ihre Sünden die kalte Pein leiden müssen, aufzuwärmen dürften. Die kalte Pein leiden Seelen, die nicht ins Jenseits wechseln dürfen, sie müssen tagsüber in dem kalten, feuchten Grab liegen und in der kalten Nacht ruhelos umhergeistern. Nur in der Allerseelennacht dürfen sie sich aufwärmen.
Wer in der Allerseelennacht am Friedhof vorbeigeht, der kann auf der Friedhofsmauer die verstorbenen Kinder sitzen sehen, die dort eingegraben wurden.
Bestimmte Orte waren in diesen Nächten besonders zu meiden, wie Totenbretter, Friedhöfe, Marterl und Unglücksorte. Alles, wo sich etwas mit dem Tod abgespielt hat, soll in dieser Nacht gemieden werden, da sich hier besonders die armen Seelen aufhalten.
Die katholische Kirche übernahm einen Teil des alten Glaubens und nannte den 2. November Allerseelen, er war den Seelen der Verstorbenen des vergangenen Jahres geweiht.
Werde euch auch die weiteren Rauhnächte erzählen, wenn euch das interessiert.
Euer Isle.



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Garibaldi
time Gepostet am 2020.11.04, 09:31 Uhr

Hallo Isle Kumpel, mich würden die anderen Rauhnächte auch interessieren. Klasse geschrieben!



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time Gepostet am 2020.11.05, 08:54 Uhr

Ja kann ich machen Gari, kann euch auch über den Tillenberg Geschichten erzählen oder Sagen die im Böhmerwald so entstanden sind früher.
Vor allem in den kalten Jahreszeiten saßen die Leute in ihren Stuben und erzählten sich schauerliche Sachen. Aber es waren auch wahre Geschichten mit dabei und Halbwahrheiten. Diese Geschichten faszinierten mich schon immer und wenn ich durch die Wälder gehe denke ich oft an diese.
Euer Isle



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Jonas 25
time Gepostet am 2020.11.05, 15:42 Uhr

Hallo Isle, hört sich ja spannend an, würde mich über eine Fortsetzung auch freuen



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time Gepostet am 2020.11.06, 07:03 Uhr

Also ihr Lieben hier die Sage von der langen Katerine.
In einigen Gegenden im Böhmerwald geht eine schreckliche Sagengestalt um, die die lange Katerine genannt wird. Man findet sie vor allem zwischen Königsberg und Sokolov. Die lange Katerine soll eine dürre alte Frau mit zerzausten langen schwarzen Haaren sein, sie wird oft an Gewässern gesehen, meistens an der Eger, aber man sah sie auch schon am Ufer des Jesenice Sees. Dort wäscht sie Wäsche oder kämmt ihre Haare. Wer sie anspricht, den zieht sie ins Wasser und ertränkt ihn gnadenlos. Auch erzählt man sich, dass sie Männern, die zu spät vom Wirtshaus heimgehen, auflauert und sie dann mit ihren Fingernägeln und ihrem Kamm blutig kratzt. Die Menschen in diesen Gegenden hatten früher viel Angst, wenn sie Nachts über Brücken gehen mussten, weil sie glaubten, die Katerine lauert unter der Brücke und schnappt sie, wenn sie die Brücke überqueren. Laut einer alten Sage soll die lange Katerine früher, als sie noch ein menschliches feminines Wesen war, eine sehr reiche, eitle und geizige Frau gewesen sein, die sich nur um ihr Aussehen gekümmert hat und die armen Menschen verspottete. Als sie starb, kam sie nicht ins Himmelreich, sondern musste auf der Erde umgeistern, bis sie ihr altes Leben bereut hatte. Oft liegen dann an der Eger am Ufer zerrissene Tiere. Diese, so glaubt man, sollen von der langen Katerine gefangen und getötet worden sein.
In der Nacht kann man in diesen Gegenden oft ein schreckliches Gekreische an den Eger hören. Dies soll die lange Katerine sein, die auf ihre Opfer lauert.
Auch gibt es eine Sage, in der die lange Katerine um Semmeln bittet, wer ihr keine gibt, den zieht sie ins Wasser und ertränkt ihn. Wer ihr aber welche gibt, den lässt sie mit einem „Vergelts Gott“ passieren.
Tja ihr seht die lange Katerine war keine Gute. Also passt auf wenn ihr über Brücken geht die in Wälder sind.
Wenn ihr möchtet erzähle ich euch noch weitere Sagen aus meiner Heimat.
Euer Isle



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time Gepostet am 2020.11.28, 06:57 Uhr

Hi ihr lieben hier wieder eine Sage aus meiner Heimat.
Es geht um den Totenmann am Bach.
Bei Neumugl gibt es einen Bach, der auch Totenbach genannt wird. Dieser Name geht auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Die Schweden kamen nach Neumugl und plünderten das Dorf und brannten es nieder. Es wurde danach nie mehr aufgebaut. Da die Einwohner ihnen nicht viel geben konnten wurden diese bestalisch umgebracht. Es soll an diesem Bach ein Massaker stattgefunden haben, das klare Wasser des Baches färbte sich rot vom Blut der Opfer. Die Leichen wurden später in einem Massengrab verscharrt. Nun kann man in bestimmten Nächten, oft in den Rauhnächten, einen dunkel gekleideten Mann an diesem Bach entlanggehen sehen. Alle die ihm begegnet sind, beschreiben ihn  als Mann mit einem fürchterlich entstellten Gesicht, so dass sie alle Reißaus genommen hatten, obwohl der arme Mann keinem was tat. Er kniet sich vor die Leute und bittet sie, ihm ein Grab zu geben. Viele glauben dass dies die ruhelose Seele eines der Getöteten ist, er will auf sein Massengrab aufmerksam machen und in geweihter Erde umgebettet werden. Erst dann finden er und auch die anderen ihre ewige Ruhe. Diese Geschichte hat mir der Dampferl Sepp mal erzählt.
Euer Isle 



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time Gepostet am 2020.12.04, 13:18 Uhr

Hi ihr Lieben kennt ihr die Sage von der Drud?
Wartet ich erzähle euch was die macht.
Also ein Mann machte Urlaub bei uns im bayrisch-bömischen Grenzgebiet. Eines Nachts wurde der Mann wach in seiner Urlaubszimmer, da ihm das Atmen schwer viel, es war als sitze jemand auf seiner Brust und er müsste beim Ein und Ausatmen ein schweres Gewicht heben. Zu seiner Verwunderung konnte er weder die Augen öffnen noch ein anderes Körperteil bewegen. Immer stärker wurde der Druck und immer schwieriger wurde es für ihn einzuatmen. Er war sich sicher dies nicht mehr lange durchzuhalten, da war der enorme Druck auf einmal verschwunden. Als er die Augen öffnete, sah er vor seinem Bett eine schwarze Gestalt die gerade zur Tür ging. Er schlug mit dem Fuß nach dem Wesen, aber sein Fuß schlug hindurch wie wenn er in einen Nebel geschlagen hätt. Er war sich sicher, dass ihn die Drud heimgesucht hatte, dieses Wesen kannte er aus Erzählungen. Am Morgen rief er einen Bekannten an und erzählte ihm von dem Vorfall und fragte wie er sich schützen könnte. Dieser sagte ihm er soll einen gezeichneten Drudenstern ans Bett hängen, dann könnte ihm die Drud nichts mehr anhaben. Der Mann befolgte diesen Ratschlag und wurde seitdem nie mehr von der Drud heimgesucht. Die Drud setzt sich aber auch auf Menschen die im Wald spazieren gehen. Und erdrückt sie dann.
Vorallem in den Rauhnächte treibt die Drud ihr Unwesen aber keine Angst die ist nur im Böhmerwald aktiv. 
Tja ihr lieben die Drud ist auch keine Gutr.
Euer Isle 



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time Gepostet am 2020.12.12, 20:02 Uhr

Mal eine Geschichte für meinen Kumpel Holzspalter. Es geht um die drei Kreuze im Baumstumpf.
Früher war es Brauch ihr Lieben, wenn die Holzfäller einen Baum gefällt hatten, dann in den Baumstumpf drei Kreuze zu machen. Die Holzarbeiter wollten sich damit bedanken, dass beim Fällen des Baumes kein Unglück geschehen war. Es war früher eine schwierige und harte Arbeit einen Baum zu fällen, das weiß Holzi bestimmt auch. Es gab keine Motorsäge, sondern der Baum musste mit Äxten und Handsägen gefällt werden. Hier war das Unfallrisiko deutlich höher als heutzutage und es passierte auch viel.
Es hatte aber noch weitere Gründe, warum diese Kreuze in den Baumstumpf gemacht wurden. Die Menschen glaubten früher, dass Verbrecher als arme Seelen ruhelos auf Erden umgehen müssen. Verfolgt von der Wilden Jagd mussten diese immer fliehen. Nur an den Baumstümpfen mit den drei Kreuzen durften sie für bestimmte Zeit Rast machen.
Auch für die Menschen sollte es als Schutzpunkt dienen, falls diese von der Wilden Jagd, der Drud oder vom blutigen Damerl verfolgt wurden, hier konnten sie ihnen nichts anhaben. Vor allem dem blutigen Damerl passt es natürlich nicht, wenn die Holzfäller diese Kreuze in die Baustämme machten.
Diese Geschichte hat mir mal der Hammerbauern Lenz erzählt beim Zoigl Abend
Euer Isle 
Eurr



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time Gepostet am 2020.12.23, 07:48 Uhr

Hi ihr lieben.
Die Thomasnacht am 21. Dezember ist die längste Nacht des Jahres und gilt vor allem in Süddeutschland und Österreich als die Besonderste von12 Rauhnächten.
Ausserdem kann man in der Thomasnacht die Zukunft voraussehen. Möchtet ihr wissen wie das geht? Also man legt sich mit dem Kopf ans Fußende des Bettes u schläft ein und alles was man in dieser Nacht träumt, passiert im darauf folgendem Jahr.
In dem Sinne ihr lieben Cleefianer wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Lasst euch nicht hängen, alles geht irgendwann vorbei.
Euer Isle



time Gepostet am 2021.01.07, 16:52 Uhr

Hey isle wieso hörst du auf gerade da wo es so spannend wird bitte mach weiter würde mich sehr freuen 

Lg sterni 


like gefiel durch: isle of man, Ruby

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Seenländerin
time Gepostet am 2021.01.08, 05:25 Uhr

Hallo isle, bei uns sind die Rauhnächte vom 24.12. bis 05.01., 12 Tage in denen das Leben ruhig stand, um die bösen Geister zu besänftigen. Meine Oma gab mir mit: keine Wäsche waschen und raushängen und keine bösen Träume in der Zeit) 
Bei euch fängt es ja schon am Thomastag (21.12.) an. Enden die Nächte bei euch früher oder werden welche weggelassen? 


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