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Das Leben, wir kommen. Der Tod wir gehen.

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MondHexe
time Gepostet am 2026.08.01, 21:17 Uhr          chart 25 Besuche




Es ist auch hier im Chat immer mal Thema, der Tod. Ich finde das man darüber reden sollte, Menschen kommen und gehen. Durch Krankheit, Unfälle wie auch immer. Wer möchte, darf hier gerne rein schreiben. Ich bin ehrlich das ist ein sensibles Thema, auch Ich habe schon meine Erfahrungen damit machen müssen. Denn die Menschen die von uns gegeangen sind, sind immer noch da weil wir an Sie denken und mit denen die wir noch haben unsere Erinnerungen teilen.


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FranconianQueen
time Gepostet am 2026.08.01, 23:24 Uhr

Danke für das öffnen des Beitrags. Ich habe ja schon ein wenig von meiner sanften Seite heute gezeigt in der lobby. Etwas von meiner beruflichen ran gehensweise und ein bisschen davon wie es privat eben anders emotional zuschlägt. 

Ich überlegte ob ich das zum Themenabend vorschlage oder eben Im  Forum mal anspreche. Da hast du das schonmal mir abgenommen. Schön das auch du den Gedanken hattest. 

Meine erste Lektion diesbezüglich beruflich war, das Sterben ist ein Teil des Lebens, samt seiner sterbephasen. 

Je älter man wird desto mehr begreift man den Tod. So mit 11 als der Ehemann meiner Tagesmutter starbt, da war er einfsch weg und ich Begriff das nicht, emotional. Mit den Emotionen konnte ich nicht umgehen, ich weinte viel und spielte dann mit meiner besten Freundin draussen emotional wie Tod. Ablenken und der überforderung aus dem Weg gehen. 

Das nächste Mal "schlug der Tod zu" da war ich 15 oder 16. Mein Opa ging mit so naa 58 ca von uns unvorhergesehen. Die Tragweite Begriff ich als meine Tante aus America ad hoc ein flog und wir auf Beerdigung standen. Irgendwie berührte es mich erst nicht. Aber dann schaute ich zu Mama, Tante, Oma, und es kamen bei 3 Generationen ( mir eingeschlossen) die Tränen. 

Später als ich in Sachsen war da starb mein Onkel, hinterließ Frau und 2 Kinder, da bin ich Mitte Zwanzig gewesen. Den Einfluß seiner Lücke spürt man heute noch in der Familie. Alle enger zusammen gerückt und jeder sofort für jeden da. Jeder schickt direkt jeden bei Rücken, Arm oder Brustschmerzen zum Arzt. 

Ja so mitte 20 da ging das beruflich richtig los, klar vorher pflegte ich als Helferin, aber da begann 2017 meine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Meine Chefin nahm mich explizit mit in ein Zimmer einer verstorbenen.  "Du wirst assistieren, Kleidung und Bettwäsche reichen. ". Es war meine erste "Aufbahrung" aus Respekt und für die Würde der Gegangenen nach langer schwerer Krankheit, nachdem Bereitschaftsarzt da war und sie wieder bewegt werden durfte. Ich sah das erste mal so richtig für eine halbe Stunde eine verstorbene Person, einen Menschen. Die Mimik, der Körper ohne Spannung usw. Die Waschung und das Umkleiden, Bett beziehen, das Kerze anzünden und Rose in die Hände legen. Beruflich wurde das für mich "Normalität", Altersheime sind eben keine Jugendherberge. Auch die Begleitung der Sterbenden und ihre Angehörigen wurde Teil meiner Tätigkeit. Früher war ich schüchtern und hatte Angst falsches zu sagen, nun bin ich aktiv direkt an den Prozess ran. Sterben gehört zum Leben. Palliative Begleitung mit Snoozellichtern, Fussballspielen Im TV, Johannesbärschorle oder Bier. Mit Gesprächen und tröstenden Worten. 

Später wurde meine Mutter schwer krank, ich ließ alles stehen und liegen und kümmerte mich um sie. Arbeitete nur noch 70%. Sie hat den Krebs überlebt, das vorweg.

Ich hatte das erste Mal das Halsschnürrende Gefühl mit dem Elefanten auf meiner Brust. Zog mich viel zurück und weinte sobald man es ansprach und nicht meine Mutter war.  Es war eine Angst die lähmte. Jeder Termin. was ist es genau? wo sitzt es? welches stadium? welche therapie? Was  heisst das? Was bedeutet das? Wo müssen wir hin fahren? Warum mit der Nadel in den Knochen? Was zeigt das Blut? Usw.. 
Wir waren so überfordert das wir Tage vorher fragen notierten und dann Im Arztgespräch den Arzt mehrmals das gleiche fragte, wie ist das gemeint? Können sie das nochmal erklären? Was bedeutet das? Wofür sind die Tabletten? 

Es war eine intensive Zeit in der ich später Selbsthilfegruppen für Angehörige von krebspatienten suchte aber nichts passendes fand. 
Man steht wirklich da mit zitternden Händen bei den Tabletten und dem richten dieser und kontrolliert sich selber zig mal obwohl man auf arbeit einmal die Woche für 20 Leute gerichtet hatte früher. 
Wir saßen immer als Familienrat am Esstisch, besprachen alles, wie geht's weiter, arbeit, Krankenkasse, Krankenhaus, Arzt, fahrdienst, Apotheke usw

Am einschneidensden war der Tag als meine Mutter in die Einfahrt ging, und unsere Nachbarin ansprach. " Du Tanja. Ich habe Krebs, wenn ich die nächste Zeit Pläm Pläm bin und Perücken trag, okay...?".( Sie gingen früher zur Schule zusammen). Es war ein heißer fränkischer Hitzetag. Danach holte sie die Schermaschine und setzte sich auf den Gartenstuhl, "Auf geht's kind. Haare schneiden" Mama konnte das nicht (ich auch nicht 😉), technisch scion aber emotional nicht. Sie sah in die Hecke und auf ihre Hänge die sie bepflanzt die letzten Jahre und ich kniff alles in mir zusammen und begann mit dem (kahl-) Schnitt. Es dauerte gefühlt ewig und ich stand hinter ihr. Später am Ende angekommen sah ich sie an und da haute es mich um, sie aber auch. Wir schauten uns in die Augen, Ich riss einen Witz während meine Löwin vor mir ihre Mähne verloren hat und als sie so ins Bad ging für ne Stunde da setzte ich mich auf die Terasse und rauchte eine nach der anderen. 
Evolutionär bedingt ist der Mensch ja dazu ausgelegt anzugreifen oder zu jagen. Machen wir heute ja nicht mehr. Ich hätte davon rennen und schreien können. In dem Moment fiel die Trance des nicht wahrhabens von einem ab (da waren schon 2 Zyklen durchlaufen) und es erschlug einen die Realität, die die ganze Zeit schon da war. Die unbesiegbaren Eltern sind sterbliche. Irgendwann werden sie sterben. Ich bin heut noch sehr aufgeweicht und gezeichnet davon. Und es ist schon 3 jahre bald her. 


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FranconianQueen
time Gepostet am 2026.08.01, 23:28 Uhr

Mal den Bogen zum cleef zurück gespannt. Es hat mir in solchen Momenten oft geholfen hier zu sein. Man konnte in ruhe sich ablenken lassen, man konnte im PV mit wem drüber schreiben wenn man es selber wollte. Man besprach sich mit anderen Betroffenen und man kann allg hier Gefühle äußern die andere tatsächlich verstehen dahin gehend. Und das ohne Scham. Und man findet seine kleine Hilfeperson oder - Gruppe die in der Achterbahn des Todes oder Krebs schon drin war als Angehörige Person 


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gender FranconianQueen
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FranconianQueen
time Gepostet am 2026.08.01, 23:31 Uhr

Und ja ich habe Freunde, Kollegen und Partnerin sowie Familie die das wussten. Aber man hat arbeit mit Kollegen, Alltag mit Familie, Alltag mit der Partnerschaft. Da will man denen Luft lassen, leben lassen.. Und kommt dann hier her


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Sweetie
time Gepostet am 2026.08.02, 18:11 Uhr

Hallo ihr zwei...bin total ergriffen von euren Buchstaben.

Ja der Tod gehört zum Leben,aber für mich ist er immer noch mit viel Schmerz und Trauer besetzt...er kann bei schwerkranken Menschen auch eine Erlösung sein,die ich den Betroffenen,wenn der Wunsch besteht auch von Herzen gönne.

Aber gleichzeitig ist er so schwer zu greifen...zu verstehen...zu verarbeiten.
Ich dachte wenn man Zeit hat Abschied zu nehmen,weil eine Krankheit das Ende besiegelt kann man sich besser darauf vorbereiten,was einen erwartet.Aber ganz ehrlich bei mir funktionierte das nicht...noch jetzt treibt es mir Tränen in die Augen wenn ich daran denke,obwohl es einige Jahre her ist.
Anfangs konnte ich nicht drüber sprechen,kein Bild oder Video sehen...die Handschrift nicht lesen weil es alles aufwühlte...Jahre...ich hatte keine Zeit zum wirklich trauern,denn ich musste funktionieren und das Leben musste weitergehen.

Einige Jahre später der nächste Tiefschlag...von jetzt auf gleich ein gesunder Mensch ohne Vorerkrankungen oder Unfall aus meinem Leben gerissen...der zweite Fels weggebrochen.
Gestern noch telefoniert und geknuddelt...zweimal geblinzelt und für immer fort...War auch nicht leichter zu verarbeiten als  der erste Tiefschlag. frown

Jeder geht mit Trauer anders um...und das ist gut und richtig so...der eine weint,der Andere zieht sich zurück und wieder Andere brüllen den Schmerz heraus.

Nur der Gedanke zu wissen,dass jemand da ist,wenn man ihn braucht stärkt in diesen Situationen und schenkt unendlich viel Kraft!

Macht die Augen auf und achtet aufeinander...wenn jemand Hilfe brauchen könnte seid da und bietet euch an...


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gender FranconianQueen
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FranconianQueen
time Gepostet am 2026.08.02, 18:49 Uhr

Ja kein bild oder video sehen.. 

Ich hab gegangene und generell auch lebende Menschen immer lebhaft im Kopf, erinnere ich mich an sie oder situationen. 

Hart war auch immer der aha Moment zu merken, ich hab die Stimme vergessen. Ihre Stimme, seine Stimme... 
Bei meinem Tagespapa haute es mich da mit 12/13 nochmal um nachdem er starb als ich 11 war. Ich bin auch erst mit 17 zum Grab. 


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like gefiel durch: Dirk550, Sweetie, Vampi

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Vampi
time Gepostet am 2026.08.02, 18:52 Uhr

Ja der Tod, ich erlebe das auch fast jeden Tag auf Arbeit, vor ca. 11 Jahren hatte ich meine Ausbildung zum Notfallsanitäterin gemacht da erlebt man das auch schon als Azubi, nach der Ausbildung bin ich ins KH gegangen und war ca. 2 Jahre auf der Palliativ Station tätig da erlebt man es noch mehr bei den Patienten mit unheilbare Krankheiten und sterbende Patienten. Seit 4 Jahren bin ich wieder im Rettungs.-bzw. Brandschutzwesen tätig also ich erlebe fast jeden Tag den Tod. Ja wie damit umgehen man muss darüber sprechen immer sprechen niemals schweigen, weil man sich sonst selber kaputt macht.

Seit 2024 wurde meine Mutter sehr schwer Krank war Pflegebedürftig hatte Durchblutungsstörungen und eine Blutvergiftung gehabt, Sie hatte sich ein Jahr noch gequält und ist am 05. Oktober 2025 leider Verstorben. Mein Vater ist auch leider verstorben am 28. Dezember 2025, er kam eine Woche vor Weihnachten ins KH mit schwere Lungenentzündung leider haben die Ärzte die Lungenentzündung nicht mehr im Griff bekommen.

Ja das war ein schwere Schlag für mich gewesen beide Elternteile in der kurzen zur verlieren, ich bin ehrlich ja hab nach gedacht ob das Leben noch ein Sinn hätte aber ich hab mir Hilfe gesucht bei Freunden und beim Pyschologen wo ich noch teilweise immer noch in Behandlung bin und es hilft wenn man jemand hat zum Reden.


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