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Friedrich Merz

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RosaKleid
time Gepostet am 2018.10.30, 22:59 Uhr          chart 233 Besuche

Friedrich Merz will CDU-Chef werden, nach fast zehn Jahren außerhalb der Politik. Was abseitig klingt, könnte gelingen – weil er keine Politik verkauft, sondern ein Gefühl.

Kann es wirklich sein? Nach so vielen Jahren außerhalb der Politik? Merz war immerhin zu Beginn des Jahrtausends auf dem Höhepunkt seiner Politikkarriere – damals, als die Agenda 2010 noch nicht einmal verkündet war und Wetten, dass …? noch die erfolgreichste Fernsehshow Europas. 
Was auf den ersten Blick vollkommen abseitig klingt, könnte aber funktionieren, weil Merz auf eine Art den Zeitgeist trifft. Er ist kein Politiker, sondern ein Mythos. Er verkauft keine Konzepte, sondern eine Geschichte. Friedrich Merz war einmal die große Hoffnung der CDU. Mit 45 wurde er Fraktionsvorsitzender im Bundestag, als im Bund noch Gerhard Schröder und Joschka Fischer regierten. Er war Oppositionsführer. Edmund Stoiber holte ihn 2002 in sein Schattenkabinett. Geplant war, Merz als Finanzminister einzusetzen. Aber weil Angela Merkel als Parteichefin 2002 den Fraktionsvorsitz beanspruchte, wurde sein Aufstieg ausgebremst. Nach zwei Jahren trat Friedrich Merz als Fraktionsvize zurück. Angela Merkel gewann im Jahr darauf die Kanzlerinnenschaft und war damit als Parteichefin konsolidiert. Unter ihr räumte die Partei Merz‘ Steuermodell ab. Finanzminister wurde Peer Steinbrück von der SPD. Sein Weg nach oben war versperrt.
Im Jahr 2009 verabschiedete sich Merz aus der aktiven Politik. 
Das ist jetzt neun Jahre her. Er hat kaum mehr Vertraute in wichtigen Positionen in der CDU, er führt kein Ministerium, er kontrolliert keinen Landesverband und niemand weiß, wofür er gerade steht. Und er konkurriert noch dazu mit Jens Spahn – dem jungen Hoffnungsträger, um die Stimmen der Parteirechten. Merz sollte eigentlich keine Chance haben. Aber in den Köpfen und Herzen der Konservativen und Wirtschaftsliberalen war er nie ganz weg. Egal ob Merz Ideen für einen zeitgemäßen Konservatismus hat oder nicht, ganz sicher bedient er gleich drei zeitgemäße Sehnsüchte und einen aktuellen Glaubenssatz. Das ist wenig. Aber es könnte reichen. 
Sehnsucht nach einer guten Geschichte:
Die Rückkehr des Helden, um das Land zu befreien und seine ihm versprochene Herrschaft zu übernehmen, ist ein sehr altes und sehr mächtiges Erzählmuster. Sie bietet Stoff für eine gute Geschichte, die noch besser wird dadurch, dass Merz immer als Merkels Erzfeind galt; dass er immer einer derjenigen Männer war, von denen es hieß, Merkel habe sie gemeuchelt.
Sehnsucht nach einem Außenseiter:
Weil er so lange weg war, bedient Merz auch die Sehnsucht nach einem Außenseiter, einem Quereinsteiger, der alles umwirft, anders macht, erneuert. Er selbst verbreitet diese Botschaft: „Wir brauchen in der Union Aufbruch und Erneuerung“, erklärte er in der Ankündigung seiner Kandidatur. Es ist dieselbe Sehnsucht, die Trump bediente. Dieselbe Sehnsucht, die Cinque Stelle in Italien an die Regierung brachte, aber auch Emmanuel Macron und Sebastian Kurz, die beide maßgeblich als Sehnsuchtsfiguren gewählt wurden.
Sehnsucht nach der Vergangenheit:
Niemand weiß, was er eigentlich will und ob er Ideen hat, die in einer neuen internationalen Umgebung, nach Finanzkrise und zahlreichen Steuerleaks, nach der Ehe für alle und der Einwanderung von vielen zeitgemäß sind. Aber Merz ist eben auch ein Mann der Vergangenheit, und Teile der Konservativen verzehren sich nach der Vergangenheit, als die Bundeswehr noch Pflicht war, Männer nur Frauen heiraten durften und Deutscher nur, wer deutscher Abstammung war.
Glauben an die Disruption:
Seine Wahl ist denkbar unwahrscheinlich. Aber genau deshalb mag sie niemand ausschließen. In den vergangenen Monaten hat Merz eher wenig Interviews gegeben. Er hat sich nicht als Merkel-Kritiker hervorgetan, obwohl sich viele Gelegenheiten geboten hätten. Die Erklärung seiner Kandidatur streuten er oder sein Umfeld über die "Bild". Am nächsten Tag, als durchsickerte, dass er die Kandidatur erklären wolle, kommentierte sein Sprecher dieses Gerücht nicht. Das ist ein geschicktes Spiel mit Erwartungen. Merz versteht es, sich interessant zu machen. Merz weiß vermutlich, dass er nur als Mythos eine Chance auf den Parteivorsitz hat.

Das ist mein Statement über Friedrich Merz. 

RosaKleid


like gefiel durch: alter_Fuchs, Freitag

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Freitag
time Gepostet am 2018.10.31, 09:51 Uhr

Gestern kam die Meldung, daß er in der baden-württembergischen CDU sehr großen Rückhalt hat und das ist ja kein unbeträchtliches Votum.


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gender Smiggls
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Smiggls
time Gepostet am 2018.10.31, 10:14 Uhr

alle vertreten nur die interessen der finanzelite und wirtschaftseliten. A L L E
auch dieser mann

und diese bestimmen a die leute, und was geschieht usw. da darf man sich nix vormachn. es gilt der spruch, würden wahlen etwas bringen, wärens sie verboten.
auffällig is doch, warum sindn wahlen bei uns noch per zettel und inaugenscheinnahme ? is ja tiefst mittelalter, i weiss warum, du auch?

zu guter letzt: wenn wir in demokratie leben -schaut mans in wiki- so erkennt man, dat eigentlich jede politik den mehrheitswillen des volkes vertreten sollte, wenns nach den credo gehn würd, wärs doch eigentlich egal wer regiert, denn jeda muss aufn mund der bürger schaun. i hab das lang durchschaut. gibbes a viel vids drüba.


like gefiel durch: fred, Lisa

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fred
time Gepostet am 2018.11.02, 22:52 Uhr

RosaKleid,

dein Loblied auf Friedrich Merz ist beeindruckend. Doch er ist der falsche Mann für diese Position.  Merz ist ein Mann des Großkapitals, ein Mann der
Großfinanzwelt. Die letzten 10 Jahre hat er für sie gearbeitet.  Von ihm stammt der Satz: "Lasst uns mehr Kapitalismus wagen."
Das Großkapital, die  Großfinanzwelt , hätte dann ihren besten Mann in bester Psition. Wahrscheinlich haben diese vor Freude schon "eingenässt".

Mit Merz  würde sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen. Daher ist er für diese Position ungeeignet.


Gruß Fred


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Lisa
time Gepostet am 2018.11.03, 09:51 Uhr

Fred, wenn ich was zu sagen hätte, ich würde dich zum Bundeskanzler machen


like gefiel durch: fred

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fred
time Gepostet am 2018.11.03, 14:08 Uhr

Lisa,

ich würde dir dann das höchste Ministeramt geben. Außerdem würdest du dann meine engste Vertraute sein.
Was willst du mehr?

Wir wären ein  tolles Team, über viele Jahre.

Küsschen und Umarmung
Fred


like Noch kein Gefallt

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fred
time Gepostet am 2018.11.08, 20:10 Uhr

AKK wird das "Rennen" meistern. Eine vernünftige Frau am richtigen Platz. Sie wird eine realistische Politik betreiben.


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Aquarius
time Gepostet am 2018.11.10, 23:02 Uhr

Fred,hoffen wir es dass AKK es wuppen wird,mich hatte es erfreut als ich davon hörte dass Mutti Merkel der Vorsitz im Dezember abgeben wird.Mal ganz ehrlich?? Dass wird auch Zeit dass diese Frau abtritt,die hat genug Sch... verzapft,ich bin zwar nicht rechtpolitisch orientiert aber dieses "Flüchtlingspack" (ich bitte diese Bezeichnung zu entschuldigen) gehört hier aus welches sich nicht arrangieren kann in einem Land wo es noch einigermaßen gesittet zugeht.Die können sich wie die Affen benehmen wo sie herkommen,zumal es traurig ist dass denen alles in den Hintern gesteckt wird  und der Deutsche/eigene Volk muss um jeden Pups kämpfen.Und noch was,Merz ist genauso eine Wurst wie Merkel,lächerlich wie dieser Mann sich diesen Vorsitz krallen will,wo der jahrelang aus der Politik verschwunden war...

in diesem Sinne


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gender Lisa
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Lisa
time Gepostet am 2018.11.13, 16:37 Uhr

Aqua und Fred, ich hab mal wieder bei google bissel rumgeschnarcht und nun für euch zwei mal was zum nachdenken.

Es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland eine außerordentlich hohe Zahl an Zuwanderern bewältigen muss. Der bisherige Höhepunkt, was die
Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber betrifft, war 1992.  Damals wurden
knapp 440 000 Asylanträge gestellt. Die überwiegende Zahl der Antragsteller stammte aus Süd- und Südosteuropa,
also das war 1992, war denn da die Frau Merkel auch schon Bundeskanzlerin ?
War sie nicht denn der Herr Kohl war Bundeskanzler, warum hat der denn so viele nach Deutschland reingelassen ?


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