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War früher wirklich alles besser – oder fühlt es sich nur so an?

gender icon Usuri
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Usuri
time Gepostet am 2026.02.14, 18:14 Uhr          chart 43 Besuche

Ich habe in letzter Zeit öfter über den Satz „Früher war alles besser“ nachgedacht.
Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, wie ich an bestimmte Momente
zurückdenke und das Gefühl habe, dass vieles damals irgendwie leichter war.
Vielleicht lag es daran, dass man weniger Verantwortung hatte, vielleicht daran,
dass man nicht ständig erreichbar war oder dass das Leben insgesamt langsamer lief.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass Erinnerungen oft einen weichen Filter haben.
Man denkt an schöne Dinge zurück, an bestimmte Menschen, an alte Gewohnheiten,
an Zeiten, in denen man sich sicherer oder unbeschwerter gefühlt hat. Und
manches, was damals schwierig war, blendet man im Nachhinein einfach aus. Deshalb
interessiert mich eure Sicht.
Wie erlebt ihr das
Habt ihr das Gefühl, dass früher tatsächlich vieles besser war. Oder glaubt ihr, dass
dieses Gefühl eher aus Nostalgie entsteht und wir die Vergangenheit automatisch ein
bisschen idealisieren. 

Ich bin gespannt, welche Eindrücke ihr habt und wie ihr das für euch einordnet.


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gender carina
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carina
time Gepostet am 2026.02.15, 10:34 Uhr

Früher war alles besser höre ich auch oft, ich selbst habe viele tolle Erinnerungen aber auch Erinnerungen die tiefe Narben hinterlassen haben, daher ist es ein Satz der für mich zweischneidig ist. Für mich hat jede Zeit daher gute und weniger gute Momente.


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gender Wundertüte
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Wundertüte
time Gepostet am 2026.02.15, 11:12 Uhr

Kuckuck … Für mich kein Thema … Klar "meckert" man schnell und einfach, dass es früher/damals (alles) besser war … Was denn überhaupt ? Du hast es mit Deinen Fragen schon beantwortet, lieber Usuri ... Jede (individuelle) Veränderung, Gewohnheit oder Erinnerung über einen längeren Zeitraum lässt einen dies wohl glauben ... Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitsmonster, das unseren blauen Ball viel zu wenig würdigt – gar ruiniert … Flora und Fauna sind uns da weitaus überlegen, was die Anpassungsfähigkeit betrifft ... Nuja, solange die Erde rund bleibt und nicht doch noch zur Scheibe wird, ist alles okay ... ;.)) ... In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag ...


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gender Macadamia
senior senior
Macadamia
time Gepostet am 2026.02.15, 12:13 Uhr

In diese Thematik spielen extrem viele Faktoren hinein.

1.) Für WEN war alles - oder zumindest bestimmte Dinge - besser? Für dich selbst als Einzelperson? Für die Gesamtheit der Menschen? Für die Menschen in deinem Land? Für die Menschen in deiner Stadt? Für die Wirtschaft?

2.) Betrifft diese Betrachtung einen bestimmten Aspekt des Lebens, wie z.B. Gesundheit, Musik, politische Situation inkl. Konflikten und Kriegen... oder auch ganz klassisch das persönliche Empfinden von "Habe ich genug?" / "Geht es mir gut?"

3.) Die Welt ändert sich, das hat sie schon immer getan. Der Unterschied ist, dass es kaum noch echte Neuentwicklungen und Erfindungen gibt, sondern fast durchweg Weiterentwicklungen. Auto, Telefon, Radio, TV, Impfstoffe, Werkstoffe, Textilien... alles bereits da, es verändert sich nur noch die Art, in der es existiert. Bahnbrechende Erfindungen? Heutzutage Fehlanzeige.

4.) Die Weltsicht verschiedener Generationen, allein schon anhand dessen, was man selbst erlebt hat. Es macht einen Unterschied, ob man eine Zeit selbst miterlebt hat oder nur Erzählungen davon kennt. Wenn ich an die 80er denke, kann ich nicht in Erinnerungen schwelgen, wie es sich angefühlt hat - ich kenne Musik, Filme, Geschichte und Ereignisse, die Mode... aber wie das Lebensgefühl seinerzeit war, kann ich als 1999 geborener Mensch nicht nachempfinden. Und das, was davon übrig bleibt, woran man sich erinnert, sind meist die guten Dinge - oder wenige Momente des Schreckens.

Man könnte noch viele andere Perspektiven und Ansichten aufzählen, aber generell sind solche einfach formulierten Gedanken eine persönliche Ansicht aufgrund des selbst Erlebten und eigener Vorlieben und Abneigungen. Schwierig wird es, wenn gar keine spezifischen Teilstücke mehr genannt werden, die zu einer - oft negativen - Ansicht führen, sondern es in "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden" übergeht; jedoch ohne genauere Betrachtung einzelner Aspekte, oder einfach nur des "Warum?" (bin ich unzufrieden, und womit genau).

Allgemein sollte man sich stets selbst begreiflich machen, aus welcher Perspektive eine nostalgische Sichtweise entsteht. In den überwiegend meisten Fällen ist es eine persönliche Ansicht, eigene Empfindungen basierend auf eigenen Erlebnissen. Und wenn man noch eine weitere Schicht draufpacken will: Nicht jeder Mensch empfindet gleich. Ganz ohne Bewertung: Wie empathisch ist jemand? Wie stark ist der Egoismus ausgeprägt, oder im Umkehrschluss der Altruismus, also die Selbstlosigkeit? Wie offen ist man für Neues und Veränderungen? Und, und, und. Das Ganze könnte man ewig weiterführen, aber ich ziehe hier mal lieber einen Schlussstrich - auch für mich selbst. smile


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gender Brain
gast gast
Brain
time Gepostet am 2026.02.15, 15:52 Uhr

Hm, schwierige Sache finde ich... 

Meinem eigenen Empfinden und den Erlebnissen nach zu urteilen, war früher nicht unbedingt alles "besser". Es war aber "anders" und eben jenes "Anders" definiert wiederum jeder für sich selbst. 

Ich z.B. bin ein Kind der achtziger Jahre und kann auch nur aus dieser Zeit bis heute berichten, weil ich sie selbst "erlebt" habe. Dennoch erwische ich mich dabei an mancher Stelle, dass ich selbst sage: "früher war alles besser". Aber ist das wirklich so? Ja und nein, würde ich sagen. 

Wir leben in einer sich schnell wandelnden Zeit, die von "Fortschritten" verschiedenster Art nur so geprägt ist. Dinge, welche wir heute kennen, gab es früher einfach nicht. Genauso kennt die jüngere Generation Dinge oder Gepflogenheiten von früher nicht. Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert. Manches zum Guten, anderes zum Schlechten. Das war immer so und wir wohl immer so sein. Mir gehen diese Fortschritte und Veränderung manchmal selbst viel zu schnell vonstatten. 😑

Dennoch und rein aus meiner eigenen Perspektive, kann ich sagen, dass früher nicht alles besser war. Aus technologischer Sicht ohnehin nicht.

Mal ehrlich! Kann sich heute noch jemand vorstellen, für einen Anruf in einen Telefonzelle zu rennen oder statt einer SMS, WhatsApp, Sprachmemo etc. einen Brief, Postkarte oder gar Telegramm zu verschicken? Dinge, welche heute alltäglich sind, bspw. Onlinebanking, gab es früher nicht. Da hat man sich noch mit dem Fräulein am Bankschalter herumgeplagt, wenn sie mal wieder die Handschrift auf dem Überweisungsträger nicht entziffern konnte. 😅 Fahrt bspw. mal in so 'nem miefenden Nostalgiezug von Anno dazumal spazieren. Das mag einmal ganz lustig sein, aber jeden Tag damit zur Arbeit etc. gondeln?😯 Heute ist sowas gar nicht mehr vorstellbar! 😂

Stellt euch mal die Fortschritte in der modernen Medizin vor. So etwas gab es früher einfach nicht! Würde man heute in der Vergangenheit reisen, käme man sich vermutlich ziemlich fremd und im ersten Moment auch hilflos vor. Ich jedenfalls möchte nur bedingt auf gewisse technische Vorzüge verzichten, da sie das Leben einfacher und bequemer gemacht haben - und manchmal sogar besser. 😊 Fairerweise muss ich allerdings auch sagen, dass nicht jeder technologische Fortschritt gut war und eher kritisch zu betrachten ist. 

Auf rein (zwischen)menschlicher Ebene würde ich jedoch sagen, dass einiges früher "besser" (oder anders) gewesen ist. Die Wertschätzung war einfach eine andere. Auch der Zusammenhalt. Die Menschen waren in vielen Dingen nicht so verweichlicht, wie heutzutage. Man wusste sich selbst zu helfen und hat nicht darauf gewartet, dass einem jemand anderes das Problem abnimmt. Man hat sich Herausforderungen gestellt und ist nicht davor weg gelaufen. Heutzutage gewinne ich leider viel zu oft den Eindruck, dass wirklich alles und jeder ersetzbar ist. Ich persönlich finde das bedauerlich und behaupte: Das gab es früher einfach nicht (oder ich habe es nicht so wahrgenommen). Bedingt durch die sich wandelnde Zeit, wirkt heute vieles auch unpersönlicher als früher. 

Es sind einfach Dinge/Werte, welche in Vergessenheit geraten sind und heute nicht mehr so gelebt werden wie früher. Ja, ich vermisse diese Zeit manchmal. Doch würde mich heute jemand fragen, ob ich nochmal in der Vergangenheit leben möchte, dann würde ich "Nein" sagen. Denn das bedeutet im Umkehrschluss, die ganze erlebte "Schei..." nochmal durchzumachen, wieder von vorne anzufangen, sich wieder alles von Grund auf neu zu erarbeiten. Echt jetzt? Will man das? Nein. 😅 

Und damit bin ich wieder am Anfang: Früher war nicht alles besser - es war anders. Man sollte die Vergangenheit im Herzen bewahren und den Blick Richtung Zukunft wenden. Denn Zeit zurückdrehen ist einfach nicht drin. 😁


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gender Florescence
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Florescence
time Gepostet am 2026.02.15, 20:25 Uhr

Selbstverständlich war es das! 

In dem Zusammenhang gab es eine interessante psychologische Studie aus den 90ern („Lost in the Mall“). Sie zeigte, dass sich Menschen an vermeintlich autobiografische Ereignisse erinnern konnten, die in Wirklichkeit nie stattgefunden hatten. In dem Experiment gaben Angehörige zunächst echte Kindheitserlebnisse der Teilnehmenden an und die Forscher mischten dann ein erfundenes Ereignis darunter, in dem sich die Versuchsperson als Kind in einem Einkaufszentrum verlaufen hatte. Später berichteten einige der Teilnehmer, sie könnten sich nun auch wieder daran erinnern und ergänzten sogar zusätzliche Details!

Die Studie wurde allerdings auch kritisiert, es gibt jedoch weitere Studien dieser Art, die ähnliche Phänomene zeigen konnten z.B. „A picture is worth a thousand lies“, dabei ging es um eine fiktive Fahrt mit einem Heißluftballon in der Kindheit. 

Also ja... unsere Erinnerungen sind vermutlich schon recht verzerrt und vielleicht gar nicht so sehr das, was wir zu glauben scheinen wink. Individuell, abhängig vom persönlichen Schicksal, kann es aber doch tatsächlich so sein, dass "früher alles einiges besser war". Das lässt sich objektiv, denke ich, dann genauso wenig absolut beurteilen. 

Und gegen aufkommende nostalgische Gefühle hilft es vielleicht auch, die Vergangenheit für sich zu portionieren. Ich hätte z.B. absolut keine Lust mehr, in die Schule gehen zu müssen oder bin froh, dass ich gewisse Dinge erreicht habe, die ich damals, unter anders positiven/negativen Umständen, eben noch nicht erreicht hatte. Ich bin manchmal auch dankbar dafür, bestimmte Schicksalsschläge überwunden zu haben... 

Müsste ich mittels Zeitmaschine eines verrückten, aber genialen Professors zurück in die Vergangenheit, das aber mit meinem jetzigen Wissen, würde ich vieles vielleicht auch komplett anders bewerten. Und nochmal Kettenfangen in der Grundschule und anschließend pubertären Liebeskummer... nein danke! wink

Die Zeit mit meinem Hund, die vermisse ich aber. Der hätte ruhig unsterblich sein können ... 


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gender Minka
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Minka
time Gepostet am 2026.02.15, 23:19 Uhr

Ich glaube, man war unbeschwerter. Man hat Dinge einfach getan, die man heute abwägt und wo man sich manchmal auch aus Gründen dagegen entscheidet. Man ist heute vorsichtiger, "vernünftiger", kalkuliert Risiken, wo man früher einfach gehandelt hat und wo nichts passiert und es gut ausgegangen ist. Dadurch erscheint einem im Nachgang früher alles einfacher und im Umkehrschluss heute schwieriger.


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gender Dirk550
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Dirk550
time Gepostet am 2026.02.16, 17:44 Uhr

Die 70,80 und 90 Jahre waren eine bessere  Zeit  als die heutige  2000 Jahre. 


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gender Tamiko
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Tamiko
time Gepostet am 2026.02.16, 21:40 Uhr

Ich glaube diese Frage kann jeder nur für sich persönlich beantworten. Selbst höre ich es sehr oft von Kollegen und Freunden das früher alles besser war. Für mich selbst eher weniger, nehme ich mal die Teene und Kindezeit raus, ich glaube ausblenden sagt man in Deutsch ? Denn da war ich sorglos, lebte auf Negros später Cebu, das Leben war unbeschwert mehr oder weniger im Regenwald nähe Bacolod aufgewachsen. Den es heute so nur noch in Reste gibt.

Nehme ich die letzten 15 Jahre waren die 8 Jahre in der Schweiz finanziell aber auch Arbeitsmässig mit die besten, heute habe ich eher finanzielle Sorgen, andersrum geht es mir wiederum in Sachen Liebe viel besser da ich nicht mehr allein erziehend bin. Zukunftsmässig sehe ich in vielen Bereichen eine grosse Hoffnung das es viel besser wird. 


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gender Bilchen
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Bilchen
time Gepostet am 2026.02.16, 23:22 Uhr

Ich glaube in der Natur von uns Menschen ist es so das man sich besonders klar oder schöner an die positiven Dinge erinnert und die negativen Sachen im Kopf verharmlost oder mit anderen Augen sieht. 
Aber man muss auch wissen welches "Früher" man damit meint. War es die Jugend wo man noch ganz klein war oder die Teeniezeit oder auch die Jahre danach?
Denn, ich glaube, wenn man das in Etappen einteilt und jede mal genau anschaut, dann wird man merken das es auch in diesen Zeiten pro & contra gab und sich eig für eine selber gar nicht viel verändert hat .... außer evtl technischer Kram und weitere Entwicklungen in der Menschheit.


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gender Pixi
senior senior
Pixi
time Gepostet am 2026.02.17, 11:13 Uhr

Früher war mehr Lametta^^


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