NEUES THEMA
Gepostet am 2026.05.19, 17:32 Uhr
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Ob jemand heute geboren wurde oder vor 60 Jahren: Die astronomische Verschiebung der Sternbilder war bereits vorhanden. Die klassischen astrologischen Daten stammen aus der Antike und wurden nicht an die Präzession angepasst.
Die Präzession ist ein extrem langsamer Prozess. Deshalb war die Verschiebung nicht erst „heute plötzlich“ vorhanden, sondern bereits seit vielen Jahrhunderten.
Schon vor
50 Jahren,
100 Jahren,
500 Jahren
war die Sonne astronomisch oft nicht mehr in dem Sternbild, das die klassische Astrologie angibt.Bei jemandem, der heute 60 Jahre alt ist und laut Horoskop „Waage“ sein soll, stand die Sonne zur Geburt astronomisch ebenfalls noch in der Jungfrau. Die Verschiebung verändert sich nämlich nur sehr langsam:Ein ganzes Sternzeichen umfasst ungefähr 30°.Für eine vollständige Verschiebung um ein Sternzeichen braucht die Präzession daher etwa:
2160 Jahre
Deshalb ist die Verschiebung über ein einzelnes Menschenleben kaum bemerkbar, aber über 2000 Jahre deutlich sichtbar.
Die klassische Astrologie teilt dagegen alles künstlich in 12 gleich große Abschnitte zu je etwa 30 Tagen ein. Astronomisch stimmt das nicht mit den echten Sternbildern überein.
Die westliche Astrologie arbeitet überwiegend mit dem sogenannten „tropischen Tierkreis“. Dort bleiben die Tierkreiszeichen absichtlich an den Jahreszeiten gekoppelt und nicht an den realen Sternbildern
Der ⛎ Schlangenträger wird astronomisch durchquert, in der klassischen westlichen Astrologie aber ignoriert.
Das 13. Tierkreiszeichen..
Wenn jemand am 23.09. geboren ist und laut klassischer Astrologie „Waage“ sein soll, dann befindet sich die Sonne astronomisch heute tatsächlich noch im Sternbild Jungfrau
Astrologie: ♎ Waage 23. September bis 22. Oktober
Astronomisch tatsächlich:
Jungfrau 16. September bis 30. Oktober Waage erst ab 31. Oktober bis 22. November
Jungfrau 16. September – 30. Oktober
Waage 31. Oktober – 22. November
Skorpion 23. November – 29. November
Schlangenträger 30. November – 17. Dezember
Schütze18. Dezember – 18. Januar
Wenn die Sonne am 23.09. tagsüber astronomisch in der Jungfrau steht, dann blickt die Nachtseite der Erde automatisch in die entgegengesetzte Richtung des Himmels. Deshalb erscheinen nachts eher Bereiche wie Fische und Widder am Himmel.
Wer möchte kann gerne ein Post hinterlassen, Fragen stellen und sein echtes tierkreiszeichen hinterfragen..
Gepostet am 2026.10.12, 17:56 Uhr
Hallo Tamiko,
ich denke, wir sind inzwischen beim entscheidenden Punkt unserer Diskussion angekommen.
Sowohl der ostasiatische als auch der westliche Tierkreis beruhen auf historischen Himmelsbeobachtungen. Allerdings unterscheiden sich die astronomischen Grundlagen und die daraus entstandenen Kalendersysteme.
Beim ostasiatischen Tierkreis spielt der zwölfjährige Zyklus eine wichtige Rolle. Seine historische Verbindung zum Planeten Jupiter ist dabei besonders interessant.
Jupiter benötigt für einen vollständigen Umlauf um die Sonne ungefähr 11,86 Jahre, also nicht exakt zwölf Jahre.
Daraus ergibt sich eine rechnerische Abweichung gegenüber einem festen Zwölfjahreszyklus:
Nach 12 Jahren beträgt sie ungefähr 51 Tage.
Nach 120 Jahren etwa 1,4 Jahre.
Nach 600 Jahren ungefähr 7 Jahre.
Nach 1.200 Jahren bereits rund 14 Jahre.
Die traditionellen Tierzeichen wie Drache, Tiger, Hund oder Schlange verschieben sich dadurch allerdings nicht. Sie folgen einem festgelegten kalendarischen Zyklus und nicht unmittelbar der tatsächlichen Position Jupiters.
Beim westlichen Tierkreis haben wir eine andere astronomische Ursache: die Präzession der Erdachse.
Die Erdachse verändert über Jahrtausende langsam ihre räumliche Ausrichtung. Dadurch verschiebt sich die Lage der tatsächlichen Sternbilder gegenüber den Jahreszeiten.
Die westliche tropische Astrologie verwendet dagegen weiterhin zwölf gleich große Tierkreisabschnitte, die an den Jahreszeiten orientiert sind.
Ein konkretes Beispiel ist unser Sternzeichen Waage. ♎
Nach der klassischen westlichen Astrologie gilt ungefähr der Zeitraum vom 23. September bis zum 22. Oktober als Waage.
Astronomisch befindet sich die Sonne in diesem Zeitraum jedoch überwiegend im tatsächlichen Sternbild Jungfrau.
Die Sonne durchquert die astronomischen Sternbilder heute ungefähr zu folgenden Zeiten:
Jungfrau: 16. September bis 30. Oktober.
Waage: 31. Oktober bis 22. November.
Skorpion: 23. November bis 29. November.
Schlangenträger: 30. November bis 17. Dezember.
Schütze: 18. Dezember bis 18. Januar.
Die genauen Übergänge können je nach Jahr und Uhrzeit geringfügig variieren.
Wer beispielsweise am 23. September geboren wurde und nach dem westlichen Horoskop als Waage gilt, wurde astronomisch tatsächlich geboren, während die Sonne im Sternbild Jungfrau stand.
Das war übrigens auch schon vor 60 oder 100 Jahren so, denn die Präzession verläuft außerordentlich langsam.
Sie beträgt ungefähr ein Grad in 72 Jahren.
Nach 120 Jahren ergibt das etwa 1,7 Grad.
Nach 600 Jahren ungefähr 8,3 Grad.
Nach 1.200 Jahren rund 16,7 Grad.
Nach etwa 2.160 Jahren schließlich ungefähr 30 Grad, also die Breite eines vollständigen klassischen Tierkreiszeichens.
Damit haben wir zwei unterschiedliche Beispiele für die Abweichung zwischen astronomischen Bewegungen und traditionellen Ordnungssystemen.
Beim ostasiatischen Tierkreis dauert der tatsächliche Jupiterumlauf nicht exakt zwölf Jahre, während der traditionelle Tierzyklus dennoch zwölf Kalenderjahre umfasst.
Beim westlichen Tierkreis stimmen die gleichnamigen astrologischen Zeichen durch die Präzession vielfach nicht mehr mit den tatsächlichen Sternbildern überein.
Der wesentliche Unterschied ist, dass die Jupiter-Abweichung keine Verschiebung der ostasiatischen Tierzeichen verursacht, während die Präzession tatsächlich die Lage der Sternbilder gegenüber dem tropischen Tierkreis verändert.
Und genau darum ging es mir in meinem ursprünglichen Beitrag.
Ein astrologisches Tierkreiszeichen und die tatsächliche astronomische Position eines Himmelskörpers sind nicht zwangsläufig dasselbe.
Die astronomischen Bewegungen lassen sich beobachten, messen und berechnen. Die astrologischen Zuordnungen folgen dagegen ihren jeweiligen historischen und kulturellen Regeln.
LG Buzi
gefiel durch: Tamiko
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