NEUES THEMA
Gepostet am 2026.06.02, 11:55 Uhr
48 Besuche
Es kommt vor, dass jemand nicht selbst schreibt, dass er keinen Kontakt mehr möchte,
sondern es über den Mod ausrichten lässt. Und ja, das fühlt sich im ersten Moment
merkwürdig an. Man denkt automatisch, aber sie hat es mir doch gar nicht persönlich
gesagt… vielleicht meint sie es gar nicht so. Doch genau das ist ein Denkfehler.Wenn
jemand den Mod bittet, diese Grenze zu übermitteln, dann ist das keine Abschwächung,
sondern oft ein Zeichen dafür, dass die Person sich unwohl fühlt, überfordert ist oder
einfach keinen direkten Kontakt mehr möchte. Für mich ist das eindeutig. Die Grenze ist
gesetzt, egal, über welchen Weg sie kommt. Was die Sache dann oft unnötig kompliziert
macht, sind die Trittbrettfahrer, die sofort aufspringen, sich einmischen und daraus eine
Diskussion basteln, die niemand braucht. Plötzlich reden Leute mit, die gar nicht beteiligt
sind, und blasen etwas auf, das eigentlich längst klar ist. Wenn jemand Abstand möchte,
dann respektiere ich das. Ich schreibe nicht weiter. Ich diskutiere nicht darüber. Und ich
lasse mich nicht in Neben Schauplätze ziehen, die nur für Drama sorgen.
Und was ist, wenn die Person trotzdem weitermacht ?
auch das passiert. Manchmal setzt man eine Grenze klar, deutlich, und höflich und trotzdem
kommen weiter Nachrichten. Mal freundlich, mal vorwurfsvoll, mal so getan, als wäre nichts
gewesen. Aber ganz ehrlich, wenn jemand meine Grenze ignoriert, dann zeigt mir das nur,
wie notwendig sie war. Und an diesem Punkt reicht „Bitte hör auf“ nicht mehr. Dann braucht
es Konsequenzen. Nicht aus Wut. Nicht aus Strafe. Sondern weil Grenzen nur dann etwas
bedeuten, wenn man sie auch schützt.
Konsequenzen gehören dazu
Ich finde, wenn jemand trotz klarer Ansage weitermacht, dann ist eine
zeitlich begrenzte Sperre absolut sinnvoll. Nicht um jemanden abzustrafen, sondern damit
die Person wirklich Zeit hat, über ihr Verhalten nachzudenken und zu verstehen, dass Grenzen
nicht verhandelbar sind. Eine Pause schafft Abstand,nimmt Druck raus und verhindert, dass die
Situation weiter eskaliert. Manchmal ist eine Sperre genau das,was beiden Seiten hilft, wieder
klarzukommen.
Was ich für mich daraus ziehe
gefiel durch: Florescence, FranconianQueen, Hades, Kat ja, Lianora, Macadamia, Mogwai, Pannonica, Soleda, Sweetie, Vampi, carina, ranger1983, rehab
Gepostet am 2026.06.02, 14:18 Uhr
Das hast du absolut treffend und mit einer bewundernswerten Klarheit formuliert.Es erfordert viel innere Reife, eine Grenze genau so zu nehmen, wie sie kommuniziert wurde – ohne das eigene Ego dazwischenschalten zu lassen oder nach Ausflüchten zu suchen. Eine Grenze, die über einen Moderator übermittelt wird, ist kein "vielleicht", sondern ein unmissverständliches Stoppschild.Besonders wichtig ist dein Punkt mit den Konsequenzen: Grenzen zu setzen ist das eine, aber sie auch konsequent zu schützen, ist der entscheidende Schritt zur Selbstachtung. Eine zeitweise Sperre ist in so einem Fall kein Akt der Bosheit, sondern reine Selbstfürsorge und digitaler Arbeitsschutz für die eigene Seelenruhe.Sich dann nicht auf Nebenschauplätze oder das Drama von Trittbrettfahrern einzulassen, zeigt wahre Größe. Du nimmst damit der Situation sofort den Wind aus den Segeln. Das ist nicht nur respektvoll der anderen Person gegenüber, sondern vor allem ein starkes Zeichen von Selbstachtung.Hut ab vor dieser klaren, aufrechten Haltung! Lianora
gefiel durch: Florescence, FranconianQueen, Macadamia, Mogwai, Pannonica, Soleda, Sweetie, Vampi, carina, rehab
Gepostet am 2026.06.02, 21:54 Uhr
Danke für den Beitrag.
Ich gehöre teils auch zu denen die sich schwer tun eine Grenze zu ziehen. Bzw zu denen die nicht ernst genommen werden, vor lauter Blödsinn, wenn ich dann mal stop sage. Für mich is nein und stop eigentlich sogar unangenehm, egal wie cool ich tue, weil ich Angst hab das man wütend ist oder ich die böse bin.
Gepostet am 2026.06.03, 11:15 Uhr
Ich krieg das mit dem Nein sagen auch nicht hin, obwohl mir das oft zu viel wird. Mache auch deswegen manchmal länger Pause hier. Bin seit ich denken mal nicht mit meinem Namen hier, sondern einen ganz anderen Nick, möchte vor einigen Leuten einfach meine Ruhe haben, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen.
Gepostet am 2026.06.03, 15:09 Uhr
Lieber Usuri,
wie immer hast du sehr passende, klare und weise Worte gefunden. Aus deinen Postings kann ich immer etwas für mich mitnehmen!
Dieses hier ist wahrscheinlich im Zuge einer bestimmten Situation entstanden und vermutlich sind in solchen Fällen auch schon einige Grenzverletzungen vorgefallen, bevor man in letzter Instanz um die Hilfe einer weiteren, eigentlich unbeteiligten Person bittet.
Wie es oft bei dir der Fall ist, haben mich deine Worte zum Nachdenken angeregt:
Ich habe für mich festgestellt, dass das Wahrnehmen und insbesondere das Setzen und dafür Einstehen persönlicher Grenzen, wie eine Art Lebensaufgabe ist, die man immer wieder an neue Situationen und Menschen anpassen muss. Das gilt sowohl für das reale Leben als auch für den virtuellen Raum.
Je nachdem, in welcher Kultur man aufgewachsen ist, wie man sozialisiert wurde und welche prägenden Vorerfahrungen man mit dem Durchsetzen der eigenen Bedürfnisse gemacht hat, fällt es einem entsprechend leichter oder schwerer, für sich selbst einzustehen.
Angenommen, man hat schon im Kindesalter von den Eltern und/oder anderen Bezugspersonen negative Rückmeldungen bekommen oder wurde bestraft, wenn man ein ungutes Gefühl geäußert oder einfach nur "Nein" gesagt hat, weil man in dem Alter vielleicht noch nicht benennen konnte, was sich in der Situation für einen nicht gut und nicht stimmig anfühlte und eigentlich eine Grenze überschritten wurde, bleibt das Thema Grenzen setzen an sich (auch aus von außen komplett nachvollziehbaren Gründen), vermutlich immer mit einem "unguten" Gefühl verbunden.
Oft weiß man im Erwachsenenalter dann auch nicht so recht, ob man überhaupt "Nein" sagen oder sich einem Kontakt oder einer Situation endgültig entziehen "darf". Es fühlt sich dann - trotz eventuell stark negativer Vorerfahrungen - mit einer bestimmten Person irgendwie unangenehm an, man fängt an, es zu zerdenken, gibt schlimmstenfalls eine unverdiente Chance nach der anderen und lässt seinen eigenen Grenzen nach und nach immer und immer wieder und weiter überschreiten - denn schließlich möchte man ja in den meisten Fällen niemandem so wirklich auf die Füße treten und erst recht keine voreiligen (falschen) Entscheidungen treffen.
Und als wäre das nicht schon schwierig genug, kommt es hierbei oft unweigerlich zu einer Art Wechselspiel mit der anderen Person, die diese Grenze auf ihrer Seite auch immer erst akzeptieren muss. Grenzen setzen können nur wir, ob die anderen diese Grenzen respektieren, liegt dann nicht mehr vollständig in unserer Hand. Oft sind es ja genau diejenigen Personen, die uns mental nicht so sonderlich gut tun, die dann unbewusst sehr genau spüren, dass sie bei uns weiter gehen können, als uns eigentlich lieb ist.
Insofern halte ich dein Posting hier für ein wirklich sehr sehr starkes Statement, denn es signalisiert, dass du wahrgenommen hast, dass es auch virtuell schwerfallen kann, für sich selbst einzustehen. Ich finde es sehr gut, dass du hier deutlich klar machst, dass diese persönlichen Grenzen der User hier akzeptiert und zur Not mithilfe der Moderation, geschützt werden.
Chapeau Usuri 
Alles Liebe
Flores
gefiel durch: FranconianQueen, Lianora, Macadamia, Pannonica, Sweetie, Usuri, Vampi, carina, ranger1983
Gepostet am 2026.06.03, 23:07 Uhr
Eure Rückmeldungen haben mich wirklich berührt. Ich habe meinen Beitrag geschrieben,
weil ich eine Grenze setzen musste, nicht, um jemanden bloßzustellen oder Drama zu erzeugen.
Es ging tatsächlich um ein Erlebnis in der Lobby, das mich so getroffen hat, dass ich das
Bedürfnis hatte, es hier im Forum ausführlicher zu thematisieren.
Dass ihr das so klar erkannt habt, zeigt mir, wie viele hier genau wissen, wie schwer dieses
Thema sein kann. Lianora, du hast es perfekt auf den Punkt gebrach. Eine Grenze ist kein
„Vielleicht“, kein „Mal sehen“, kein „Ich überlege es mir noch“. Egal ob sie direkt kommt oder
über den Mod, sie ist ein Stoppschild. Und ja, es braucht innere Reife, das zu akzeptieren,
ohne das eigene Ego dazwischenfunken zu lassen. Franconian Queen und Pannonika,
eure Worte haben mich besonders nachdenklich gemacht. Viele von uns haben gelernt,
dass „Nein“ sagen gefährlich ist. Dass man Ärger bekommt. Dass man „die Böse“ ist.
Dass man lieber schweigt, als jemanden zu enttäuschen. Und genau deshalb fällt es uns so
schwer, Grenzen zu setzen und noch schwerer, sie zu verteidigen. Flores, du hast es wunderbar
beschrieben. Grenzen sind nichts, was man einmal lernt und dann kann. Es ist eine Lebensaufgabe.
Manchmal gelingt es gut, manchmal gar nicht. Und manchmal merkt man erst viel zu spät,
dass man seine eigenen Grenzen schon lange überschritten hat, nur um niemandem weh zu tun.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir hier im Forum lernen, dass ein „Nein“ nicht böse ist, dass
ein „Stopp“ nicht persönlich gemeint ist, und dass eine Pause kein Angriff ist. Und ja, manchmal
braucht es Konsequenzen. Nicht aus Wut, nicht aus Strafe, sondern damit die Grenze überhaupt
eine Bedeutung hat. Eine zeitweise Sperre ist kein „Wegschicken“, sondern ein Schutzraum
für beide Seiten. Ich finde es stark, dass ihr das so offen angesprochen habt. Es zeigt, dass wir alle
mit denselben Themen kämpfen. Selbstschutz, Unsicherheit, alte Muster, Angst vor Ablehnung.
Und genau deshalb ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig ernst nehmen. Danke euch allen für
eure Worte. Ich nehme viel davon mit.
Und noch etwas möchte ich loswerden.
Was mich an der ganzen Sache ehrlich gesagt traurig macht, ist etwas ganz anderes.
Solche Beiträge werden insgesamt von viel zu wenigen User gelesen, und damit
meine ich nicht nur die User oder die Likes die, die reagieren.
Es geht mir nicht darum, wer klickt oder nicht klickt. Sondern darum, dass man oft
merkt, dass ernstere Themen im Forum generell weniger Aufmerksamkeit bekommen
als vieles andere. Gerade die Beiträge, die wirklich wichtig wären, die etwas erklären,
die Erfahrungen teilen, die vielleicht sogar jemandem helfen könnten, gehen oft einfach
unter. Manchmal hat man das Gefühl, dass nur ein kleiner Kreis überhaupt innehält und
sich die Zeit nimmt, etwas Persönliches oder Nachdenkliches wirklich zu lesen. Der Rest
scrollt weiter, klickt auf Spiele, oder liest nur das, was laut ist aber nicht das, was wichtig ist.
Und das meine ich nicht als Vorwurf, sondern als Beobachtung,
Gepostet am 2026.06.04, 16:16 Uhr
Usuri,
ich empfinde das, was du im letzten Absatz geschrieben hast, ähnlich.
Ich glaube allerdings, dass man dafür tatsächlich schon eine gewisse Affinität braucht, sich in seiner Freizeit mit eher "schwereren" oder komplexeren Themen wie diesem hier auseinanderzusetzen. Meist sprechen uns solche Themen ja vor allem dann an, wenn wir selbst etwas Ähnliches erlebt haben und insofern erreichen diese Zeilen dann vielleicht auch größtenteils nur Menschen, die sich ohnehin schon intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben und nicht unbedingt diejenigen, an die diese Zeilen vielleicht ursprünglich gerichtet waren.
Aber gerade deswegen finde ich dein Eingangsposting und auch Lianoras Zusammenfassung wertvoll. Denn, wie wir ja gesehen haben, ist es gar nicht so einfach, sich gegen andere Menschen durchzusetzen und eure Worte könnten ein Motivator dafür sein, es dennoch zu tun und erreichen dann letztendlich in der entsprechenden Situation trotzdem die "Richtigen", wenn auch nicht in großem Umfang die ursprünglich intendierte Userschaft!
Alles Liebe
Flores
Sie müssen sich registrieren oder anmelden - klicken für Login